Archiv für Juni 2008

Rapfen total

Juni 19, 2008

Boa, was sind das für wilde Viecher! Ich hatte gestern das Riesenglück einen wirklich guten Rapfen ans Band zu bekommen. Nachdem ich ewig mit allen möglichen (und unmöglichen) Oberflächenködern vergeblich versucht hab einen dieser Burschen zu fangen, hing durch Zufall beim Einholen meines Illex-Wobblers ein kleiner Ukelei gerissen am Drilling. Das dieser Ukelei dadurch eh dem Tode geweiht wäre, entschloss ich mich kurzerhand damit zu angeln.

Ich habe ihn getötet und bot ihn am Drachkovitch-System an. Um aber in Reichweite der Rapfen zu bleiben, musste ich das Sytem sehr flach einziehen, was nur mit hoch gehaltener Rute und sehr schnellem gekurbel ging. Nach dem dritten Einholen hing der Ukelei allerdings wegen der Strömung und der harten Würfe schon sehr gekrümmt am System. Da ich aber zu faul war ihn wieder richtig zu rücken, warf ich ihn einfach so aus.

Dahme-Rapfen

Dahme-Rapfen

Bereits nach der dritten Umdrehung krachte es in der Rute und der Tanz began. Ich hatte einen Rapfen überlistet. Dass das kein kleiner war, wurde mir sehr schnell bewusst und ich hatte Mühe ihn zu kontrollieren. Nach endlosen zwanzig Minuten gab er sich dann geschlagen und ich konnte einen wirklich guten Rapfen landen. Dieser durfte nach Abschätzen des Gewichts und einem Erinnerungsfoto wieder schwimmen, wofür er sich mit einem kräftigen Flossenschlag bedankte, der mich klitschnass werden ließ.

Rapala Polska

Juni 18, 2008

Wie geil ist das denn? Rapala hat zur EM für jedes Teilnehmerland einen Wobbler gefertigt. Ganz klar, dass ich gleich mal den Wobbler „Polska“ gekauft hab!

 Rapala

Den bekommt meine Freundin, die gebürtige Polin ist, gleich am Mittwoch zu ihrer (hoffentlich) bestandenen Fischereiprüfung. Naja, auch wenn sie nicht besteht, bekommt sie den Wobbler natürlich! Quasi als Motivation die Prüfung beim nächsten mal zu schaffen, um dann endlich zu zeigen, wie sehr auch die Hechte und Zander auf Polen stehen…

Klodeckel

Juni 16, 2008

Am Samstag war ich mal wieder mit meinem besten Freund zum Nachtangeln an der Dahme. Wir erreichten die gewünschte Stelle bereits am Nachmittag gegen 16.00 Uhr und wollten es zunächst auf Karpfen probieren. Also, schnell das Futter zusammengemixt und rein ins Wasser damit. Die Montagen flogen direkt hinterher und wir machten es uns auf unseren Stühlen gemütlich. Während wir da so saßen und der Dinge harrten, die da kommen sollten, spritzen ständig kleine Brutfische panisch aus dem Wasser. Da war also ein Rudel Barsche am Rauben, direkt vor unseren Nasen und wir hatten keine Spinnruten dabei! Toll! Blödes Karpfenangeln!

Naja, war ja nicht zu ändern. Nach einer ganzen Weile konnte ich dann wenigstens einen guten Biss auf Mais verzeichnen. Ich rechnete zunächst mit einem kleineren Karpfen, der sich aber nach wenigen Kurbelumdrehungen als größerer Blei, in Fachkreisen auch Klodeckel genannt, entpuppte. Aufgrund der gefühlten 1Mio. Gräten wanderte dieser schleimige Geselle nach dem Keschern nicht in die Pfanne, sondern zurück in sein angestammtes Element.

Blei

Als es dunkel wurde, wurden auch die Ruten umgebaut um dem Zielfisch Aal nachzustellen. Leider wollten die Jungs aber nicht mit uns spielen. Stattdessen bekam ich gegen 0.30 Uhr einen hammerharten Biss auf Tauwurm. Nach dem Anschlag gab es ein platschen an der Oberfläche, dass ich dachte ein Kind wäre ins Wasser gefallen. Leider saß der viel zu kleine Haken nicht und somit konnte ich das Monster vom River Dahme nicht fangen… Aber ich werde zurück kommen!

Angelblog

Juni 16, 2008

Die Blogwelt ist wieder um ein Blog reicher. Ein guter Bekannter hat sich dazu entschlossen, mit Beiträgen übers Angeln für mehr Unterhaltung im Web zu sorgen. Seine ersten Artikel sind bereits jetzt schon sehr spannend zu lesen und ich freue mich auf viel weitere gute Artikel.

http://haupstadt-maniac.blog.de/

Gummikrebse reloaded

Juni 11, 2008

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie man größere Krebsimitate aus Gummi am Offsethaken befestigt und wie diese dann gefischt werden können. Natülich kann man auch sehr kleine Gummikrebschen sehr gut für die Angelei auf Großbarsche einsetzen. Dafür werden diese am Drop-Shot System gefischt. Einfach auf den Haken ziehen und wie gewohnt knapp über Grund anbieten. Ich würde den Abstand zum Blei in diesem Fall allerdings etwas geringer wählen als bei Gummifischen/Würmern, da sich besonders die ganz kleinen Krebse sehr nah am Grund aufhalten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Gummis auf kleinste Bleiköpfe mit 6er oder 8er Haken zu ziehen. Diese werden dann vom Boot aus sehr leicht über den Grund gezupft. Für die Uferangelei eignet sich diese Methode nur sehr eingeschränkt, da weite Würfe so nicht möglich sind und auch die Köderkontrolle eher zu wünschen übrig lässt.

Eine dritte Art kleine Gummikrebse zu verwenden ist es, sie als s.g. Springer vor einen anderen Kunstköder zu montieren. Das bedeutet, dass ähnlich wie bei Drop-Shot ein Haken mittels Palomarknoten an einem (Fluorocarbon-)Vorfach befestigt wird. Ca. 10-20cm dahinter kommt dann, anstelle des Drop-Shot Bleies, ein weiterer Kunstköder. Ich bevorzuge hier den Einsatz von 6-10cm langen Gummifischen im Barschdesign. Diese Montage erweckt, bei richtiger Führung, unter den Barschen den Anschein, dass da ein kleinerer Artgenosse hinter einem leckeren Krebschen herjagt. Das wiederum erweckt einen gewissen Futterneid und kann auch bei sonst eher lethargischen oder satten Fischen noch Erfolge bringen.

 Springer Krebs

Weltweit hässlichster Karpfen der Welt

Juni 4, 2008

Gerade ebend hab ich ein wenig in meinen Fangbildern gestöbert und bin dabei auf eines gestoßen, das ich schon beinahe wieder vergessen hatte. Und zwar handelt es sich um ein Bild eines Karpfens, den mein Bruder im vorigen Jahr an der Strippe hatte. Dieser Karpfen war zwar nicht besonders groß aber er war trotzdem etwas besonderes. Bei einem Menschen würde man ungefähr sagen „er hatte ein Aussehen, das nur eine Mutter lieben kann“.

 Karpfen

Aber mal im Ernst, dieser Karpfen war wirklich anders als „normal“. Er war sehr hochrückig und dafür eher kurz. Abgesehen von Kopf und Schwanz quasi Tellerrund. Die Körperform erinnert eigentlich mehr an einen Discusfisch im Aquarium. Ist schon komisch, was die Natur da manchmal hervor bringt.

Gummikrebse

Juni 3, 2008

Eines der beforzugten Beutetiere von Barschen und Zandern ist der Krebs. Somit liegt es nahe, Krebsimitate aus Gummi an Gewässern einzusetzen, die über einen Krebsbestand verfügen.

Gummikrebse

Sehr einfach kann man einen Krebs mit einem braunen/schwarzen Doppelschwanztwister imitieren. Dazu muss dieser nur in kurzen Sprüngen über den Grund geführt werden. Die beiden „Schwänze“ stellen hier die Scheren dar. In klaren Gewässern, oder bei besonders misstrauischen Fischen, reicht das allerdings nicht aus. Ein weiterer Nachteil der Twister ist, dass diese durch den herausstehenden Haken einem sehr hohen Hängerrisiko ausgesetzt sind. Und da sich sowohl Krebse, als auch Raubfische bevorzugt an Unterwasserhindernissen aufhalten, kann das schnell teuer werden.

Für diese Bedingungen gibt es eine Reihe an mehr oder weniger gelungenen Gummikrebsen, die an modernen Systemen des Finessefischens angeboten werden können. Die Scala geht hierbei von kleinen, ca. 2-3cm Krebschen für das Drop-Shot System bis hin zu großen Krebsen von 11cm+, die z.B. am Offsethaken gefischt werden können.

 Gummikrebse

Meine absoluten Favoriten sind die Krebse von Jenzi. Die sind aus nem super weichen Gummi und haben obendrein einen Hohlraum im Inneren. Dadurch lassen sie sich perfekt so an den Haken montieren, dass sie so gut wie nie irgendwo hängen bleiben, aber dass auch sehr vorsichtige Bisse i.d.R. verwandelt werden können. Dazu muss lediglich ein Bleischrot auf den Knick am Offsethaken geklemmt werden und schon kanns losgehen.

 Krebs offset

Durch den Hohlraum im Körper des Gummis steht der Krebs dann im Wasser naturgetreu mit dem Schwanz nach unten und dem Kopf incl. Scheren leicht schräg nach oben, quasi in Abwehrstellung. Das Bleischrot kann in der Größe ganz dem Gewässer angepasst werden. Sollte einmal mehr Blei vonnöten sein, z.B. aufgrund stärkerer Strömung, empfiehlt es sich nur ein kleines Bleischrot zu nehmen, um den Krebs vor einem Verrutschen auf dem Haken zu schützen, und das ganze dann am Texasrig zu montieren.

Krebs Texas

Ich führe den Gummikrebs in kleinen Hüpfern von ca. 15-25cm über den Grund. Meist kommen die Bisse in der kurzen, ca. 2-3 sekündigen Ruhepause dazwischen und fast immer sind diese hammerhart. Ich nehme an, dass das damit zusammenhängt, dass Krebsscheren sehr unangenehm für einen Räuber werden können, wenn sie nicht sofort durch verschlucken unschädlich gemacht werden. Ein Versuch mit Gummikrebs lohnt sich auf jeden Fall und kann auch in überfischten Gewässern noch als Trumpf stechen.